Behinderungen im Alltag – Ein Beispiel

Posted by Admin on March 10, 2009  •  Comments (64)  • 

Behinderungen im Alltag – Ein Beispiel

Dass Behinderungen, gleich welcher Art, für die Betroffenen starke Beeinträchtigungen nach sich ziehen, die auf Hürden zurückzuführen sind, ist ein allgemeines gesellschaftliches Problem. Wie diese Schwierigkeiten aussehen können, zeigen nachfolgende Beispiele:

Gudrun S. ist seit einem Autounfall, den sie nur mit viel Glück überlebt hat, querschnittsgelähmt und an den Rollstuhl gefesselt. Durch die Schadenersatzzahlungen des Unfallverursachers gelang es ihr, ihre Wohnung behindertengerecht, das heißt weitgehend barrierefrei, zu gestalten.

Sie hat sich mittlerweile mit ihrer Situation abgefunden, ist psychisch stabil und lebt recht aktiv mit ihrem Rollstuhl, d.h. sie verkriecht sich nicht, nimmt am aktiven Leben teil und trifft sich regelmäßig mit ihren Freunden. Die Stadt, in der Gudrun S. lebt, verfügt in ihrem Zentrum über einige sehr alte, denkmalgeschützte Gebäude, in denen wichtige Behörden, wie zum Beispiel das Rathaus, untergebracht sind. Bautechnische Veränderungen, um eine Behindertenrampe unterzubringen, sind aufgrund des Denkmalschutzes nicht gestattet. Zum Haupteingang jedoch führt eine mehrstufige Treppe hinauf.

Um Körperbehinderten die Möglichkeit zu bieten, ihre Amtsgeschäfte zu erledigen, wurde eine Klingel angebracht. Gudrun S. betätigt den Klingelknopf, weil sie sich gerne ummelden möchte. Die Mitarbeiterin des Bürgerbüros fragt per Gegensprechanlage nach dem Anliegen und kommt sofort mit den notwendigen Unterlagen hinaus. Der Service ist zwar freundlich und zuvorkommend, aber leider regnet es an diesem Tag. Gudrun S. hätte sich gewünscht, die Meldebehörde befände sich in einem moderneren, barrierefreien Gebäude.